Dezember 2012

Am 01. Dezember bestiegen wir in aller Frühe den Wagen und fuhren 400 Kilometer gen Süden, um unsere Familie zu erweitern. Einen Hund holt man sich nicht wie einen Hamster - ein Hund ist ein vollwertiges Familienmitglied, ein besserer Freund, als ein Mensch je sein kann - was überhaupt nicht pathetisch und glorifizierend gemeint ist. Ein Hund wird nicht haargenau wie ein Mensch empfinden und wohl ganz eigene Verständnisse von Freundschaft, Familie und Liebe haben. Aber der Hund, als Säugetier, ist ein besonderes Lebewesen, das durch eine sehr empathische, sozial kompetente und faszinierend feingeistige Art etwas in unser Leben bringt, das ein Mensch nun einmal nicht kann. Mit einem Menschen wird man sich über tiefschürfende Themen unterhalten und über einen Witz lachen können - aber ein Hund wird seine Zeit und Aufmerksamkeit dir gegenüber nie beschneiden, wird nie eine eigene Familie gründen und deshalb weniger Zeit für die Freundschaft haben. Ein Hund, dem du das Leittier geworden bist, wird dir (ohne die von „Katzenfans“ oft beschriebene Kriecherischkeit) gern und mit tiefer Zuneigung untergeben sein. Sein Tag wird hell wenn du heimkehrst und seine Freude ist von klarster, ungetrübter Ehrlichkeit, wenn du mit ihm tollst und spielst. Ein Hund wird die Momente des Lebens so nehmen wie sie sind - dieses Leben in der Gegenwart ist etwas, das uns Menschen leider meist fehlt. Dieses Talent, gebündelt mit dieser tiefen Zuneigung und sozialen Kompetenz, macht Hunde zu den wertvollsten Freunden, die ein Mensch haben kann.



Mit dieser Haltung holten wir also unsere zwei neuen Familienmitglieder ab. Von den Mitgliedern von Helpinghands4animals wurde alles sehr nett vorbereitet und mit etwas Verspätung kam der Transporter aus Ungarn an. Die Hunde wurden abwechselnd in den Garten gelassen und dort von „ihren“ Menschen in Empfang genommen. Nun lernten wir also Bogár und Lobonc kennen. Bogi war äußerst ängstlich und von der Fahrt sehr mitgenommen. Ein Tag ohne Fressen tat ihrer dünnen Konstitution nicht gut. Lobonc (über dessen Namen wir unglaublich lange nachdachten, wir ließen ihm letztendlich seinen Namen und gaben ihm zusätzlich die Kurzform „Lou“ - Bogár hat übrigens zusätzlich die „Spitznamen“ „Bogi“ und „Bogárka“, was im Ungarischen Käferchen bedeutet) war sehr aufmerksam, aber ruhig.

An diesen ersten Tagen ließen wir die beiden erst einmal in Ruhe ankommen. Sie sollten sich sicher fühlen, geborgen und sie sollten ihre Namen und ihr neues Heim kennenlernen. Wir hielten die Spaziergänge relativ kurz, ließen aber an den ersten, wichtigen Regeln (nicht aufs Sofa springen) keinen Zweifel. Von Anfang an gab es einige Regeln und an denen wurde nie gerüttelt. Bei Tisch gibt es nichts und es wird auch nicht gebettelt. Wenn das Betteln auch nach Ermahnung nicht eingestellt wird, muss eben im Körbchen gewartet werden - der Bodyblock hilft Wunder. Ein Hund kann hingedrängt werden, wo man ihn haben möchte, dafür muss man ihn nicht grob anfassen und nicht anschreien. 

 

So lernten wir uns also zuerst einmal entspannt kennen - uns, und auch die „Großeltern“. Großmama Monica liebt ihre Hundeenkel und es war von Beginn an wichtig, dass die beiden das „zweite Zuhause“ bei den Großeltern also ebenso heimelig, sicher und friedlich empfanden.


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