Februar 2013

Wir haben unsere beiden nun seit zwei Monaten. Bevor wir sie am 01. Dezember 2012 abholten, sagten wir uns selbst, dass wir sie unbedingt schonen müssen, ihnen Zeit geben „anzukommen“. Wir wussten nicht viel von den Hunden, weder wie sie aufwuchsen, noch was ihnen gelehrt wurde - und wenn, dann würde dies uns eh nichts bringen, da wir eine andere Sprache sprechen, oder etwas andere Sichtzeichen verwenden. 


Wir müssen die beiden komplett von Null an erziehen und trainieren. Sie müssen unsere, für sie neuen, Kommandos lernen und behutsam auf das vorbereitet werden, was künftig kommt. Zudem erhalten sie einen Kulturschock, werden aus ihrem bisherigen Umfeld in ein komplett neues Zuhause geworfen. Besonders Lobonc, der nun seit mehr als 3 Jahren im Tierheim gelebt hatte, vielleicht nie ein richtiges Familienleben kennen lernen durfte, bekommt viele Sinneseindrücke und darf deshalb nicht noch mit einer übereilten Ausbildung überfordert werden.


Es war uns also wichtig, die beiden erst einmal ankommen zu lassen. Sie bekamen die ersten zwei Monate Zeit, ihr neues Rudel und Familienleben kennenzulernen und auch zu verarbeiten. Wir wollten, dass sie sich eher etwas langweilen, Ruhe erhalten und alles entspannt erfahren. 


In diesen zwei Monaten lernten sie in erster Linie die Tagesabläufe und unsere Gewohnheiten kennen. Sie lernten zudem die weiteren wichtigen Familienmitglieder kennen und besonders die täglichen Ortswechsel. Cathrin arbeitet im Büro im Familienbetrieb ihrer Eltern, wohin beide Hunde sie begleiten. Zudem ist Cathrin als Hundebetreuerin/-trainerin tätig und auch diese Abläufe müssen beide kennenlernen.


Aber natürlich darf keine Nachlässigkeit im Umgang mit den Hunden entstehen. Von beginn an muss klar sein, dass es Regeln gibt und dass wir diese Regeln ohne Ausnahme durchsetzen. Alle Autorität wird mit Ruhe und Sachlichkeit an den Hund vermittelt - niemals wird ein Hund angeschrien oder grob körperlich angegangen - zum Glück sind wir seit den 70ern in der Hundeerziehung schlauer geworden.


Aber man darf die Hunde niemals verzärteln, eine antiautoritäre Erziehung kann es bei einem Hund nicht geben - er braucht und möchte klare, verständliche Regeln und wir tun ihm einen Gefallen, wenn wir diese klar an ihn vermitteln. 


In den ersten zwei Monaten sind die wichtigsten Regeln, die Bogár und Lou lernten:


- Auf Kommando den Raum verlassen und davor warten 

 

- An einem Ort zu warten

 

- Fressen gibt es nur, wenn beide ruhig sitzen und warten. Erst auf Kommando darf sich dem Napf genähert werden

 

- Auf das Sofa nur auf Kommando

 

- Unser Bett ist jederzeit Tabu

 

- Nachdem Aufwachen morgens ist die Freude groß, doch begrüßt werden darf nur, nachdem wir zuerst begrüßen - damit verhindern wir, dass wir, wenn wir nachts aufstehen, von beiden bestürmt werden. Das Zeichen für „Abstand halten“ ist die entgegengestreckte Handfläche

 

- An der Leine wird nicht gezogen, bzw. die Leine hat immer etwas „Spiel“ zu haben

 

- An der Straße wird, vor der Überquerung, im „Sitz“ gewartet

 

- Wenn wir zu zweit ausgehen und jeder einen Hund hat, muss der Hund darauf achten nur auf das zu hören, was sein Leinenführer sagt. Dies bringt Sicherheit im Straßenverkehr und trainiert die Aufmerksamkeit

 

- Die Wohnung wird nicht ohne Erlaubnis verlassen - auch wenn die Terrassentür auf ist und Frauchen raus geht

 

- Das Betteln ist natürlich verboten - da die beiden aber niemals etwas von Tisch bekommen, war das Betteln auch kaum ein Thema. Lou tat es selten, er musste dann in sein Bett und warten, bis wir ihn wieder heraus rufen

 

- Ein Kommando gilt so lange, bis es aufgehoben wird.

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