September 2013

Es ist wieder ein Monat vergangen - wir haben neue Hunde-Gäste bekommen, alte wiedergesehen und beschäftigen uns natürlich mit unseren eigenen zwei Rackern von morgens bis abends - bewusst wie unbewusst.


Dabei wird einem immer wieder klar, wie aufmerksam man bleiben muss, wie sehr sich eine Routine einschleichen kann aber ebenso, was für toll sozialisierte und kluge Hunde man als Gefährten in seinem eigenen Rudel hat.


Man kann sich noch so viel mit Literatur über die geschichtliche Entwicklung des Hundes, sein Sozialverhalten und das richtige Handling beschäftigen, sie an den richtigen Stellen maßregeln und loben, mit anderen Hundehaltern und natürlich dem eigenen Partner fachsimpeln, versuchen, den Überblick zu behalten und sich als routinierter, solider Hundeführer und -versteher fühlen - irgendwann, irgendwo und irgendwie erwischt es einen immer wieder eiskalt.

 

Und am besten dann, wenn der eigene Partner, seines Zeichens Hundeflüsterer, hinter einem steht und man förmlich spürt, wie dessen Augenbraue hochwandert und er zu einer „Maßregelung“, diesmal an die Hundeführerin selbst gerichtet, ansetzt.

Die kleine Bogar beim Sonnenbaden auf der "Fußbodenheizung"


Wenn man bei der Erziehung seiner kleinen Familienmitglieder eine bestimmte Linie einschlägt und bestimmte Maßstäbe ansetzt, so kann man die Mittel, mit denen man diese Maßstäbe zu erreichen versucht, variabel einsetzen. Am folgenden Beispiel will ich verdeutlichen, was gemeint ist: 

Wenn ich mit Lou und Bogár nach draußen gehe, will ich möglichst wenig Aufregung haben. Die zwei sollen mich in Ruhe die Tür öffnen lassen, ohne sich durchzudrängeln, sie sollen sich vor lauter Freude nicht wild um sich selbst drehen, und dabei die Leinen verknoten und überhaupt soll alles ruhig und entspannt vonstatten gehen. Dies funktioniert am einfachsten, wenn sie „Sitz“ machen. Klar. Mit der Zeit lief es so gut, dass ich entschied, sie einfach nur noch mit einem „Warte“ ruhig abwarten zu lassen...eine Weile ging das gut, dann wurde es wieder unruhiger und inzwischen bin ich wieder am Anfang angelangt, dem mittelschweren Chaos. 

Die beiden müssen nun wieder im Sitz auf das „Okay“ warten und dann kann es losgehen.

 

Alles, was wir uns hier erarbeitet hatten, schien vergessen.

Der immer aufmerksame Lou und Bogi beim Erahnen von Frauchens nächstem Kommando


Damit will ich nicht sagen, dass es falsch ist, seine Regeln etwas zu lockern, wenn alles gut läuft, allerdings muss man dann auch ganz bewusst auf kleine Anzeichen achten, wenn es droht, wieder aus dem Ruder zu laufen. Eine klare Linie ist wichtig für Hund und Halter, erleichtert dem Hund das Zusammenleben mit dem mysteriösen Wesen Frauchen/Herrchen. So weiß er, was Sache ist, an welche Regeln er sich halten muss, damit alle zufrieden sind und hat in diesem Rahmen einen Teil seines Halts (Regelwerk, sichere Futterquelle, Sozialkontakte, Zuneigung vom Menschen, Körperkontakt - je nach Rasse und Wesen).

Die Regeln, die also nur als Mittel zum Zweck bestehen, dürfen gern wenn der Zweck der Sache auch auf anderem Wege erhalten bleibt - und weiterhin erfährt der Hund seine Bestätigung, weil alles glatt läuft. Zum Beispiel im Falle des Aussteigens aus dem Auto klappt das bei uns schon ganz gut. Anfangs mussten beide, Bogi und Lou, im Auto kurz vorm Aussteigen sitzen, damit sie nicht gleich herausspringen, sobald sie abgeschnallt werden. Mit der Zeit bemerkte ich aber, dass der Drang herauszuspringen ohne mein Okay nicht mehr so groß war und deshalb dürfen beide nun stehend warten. Das erspart allen Zeit und Arbeit und es läuft trotzdem rund.


Vielleicht habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, habt spannende Anregungen oder Fragen. Ich freue mich über Feedback!


Alles Liebe,


 

Cathrin und Rudel

Der kleinen Bogi ist ausnahmsweise mal warm

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