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HUNDE & MENSCHEN

von 

CATHRIN DOROTHEA WEINRICH 


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HUNDE IM AUTO


Hier aus aktuellem Anlaß, der sicherlich jedem von uns aufgefallen ist, noch einmal eine schöne Veranschaulichung, wie fatal es sein kann, seinen Hund bei warmen Temperaturen im Auto zurückzulassen (s. Tabelle unten). Immer zu bedenken ist:


  • Sonne wandert, der Schatten also auch
  • Hunde haben nicht viele Möglichkeiten, sich abzukühlen - sie schwitzen an den

  Fußsohlen und Hecheln. In einem 40 Grad heißen Auto bringt beides nicht viel.

  • unser Hund weiß nicht, dass wir gleich zurückkommen - je heißer es wird, umso 

  panischer wird der ahnungslose in Todesangst befindliche Hund also. ...was einen 

  Kreislaufkollaps wiederum weiter begünstigt!


Wenn SIE einen Hund bei hohen Temperaturen in einem Auto sehen:


Ist der Halter nicht auszumachen und der Hund schon gestreßt, bitte einen Moment Zeit nehmen, beobachten, warten, ob der Halter kommt. Wenn nicht, rasch die Polizei verständigen, die befugt ist, den Hund aus seiner Lage zu retten. Wenn auch dies zu lange dauern würde (man weiß ja nie, die Polizei braucht gern mal etwas länger), dann muß selbst zur Tat gegriffen werden! Ist der Zustand des Hundes bedenklich, was laut Juristen nach eigenem Ermessen zu beurteilen ist, so ist man rechtlich geschützt, wenn man den Hund befreit, aber dazu angehalten, am Auto möglichst wenig Schaden zu verursachen!


Dazu als Link weiter unten ein Interview mit einer Rechtsanwältin. Außerdem ein Text zur Rechtslage für die Hundehalter, die ihren Hund im Auto zurücklassen, ebenso spannend!

 

hund-bei-sommerhitze-im-auto-gelassen.html


rechtliche-situation-hund-versperrten-auto-befreien-1911.html

 

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WILLKOMMEN ZURÜCK

...bei meinem Blog, der nun „Hunde und Menschen“ heißt.


Im Dezember 2012 hatte ich begonnen, kleine Beiträge zu schreiben, die ich unter dem Namen FALCAT zuerst nur auf der Seite unseres Partnertierheimes Lelenc bzw. Helpinghands4Animals eingestellt habe (http://forum.helpinghands4animals.de/index.php). Dort berichtete ich von den Anfängen mit unseren neuen Familienmitgliedern – einmal, um das engagierte Tierheim und die anderen Adoptionsfamilien auf dem laufenden zu halten, und außerdem, um rückblickend schauen zu können, wie alles anfing, wie es am Anfang so war, mit unseren Adoptivhunden, welche Fortschritte wir machten, was wir alles erlebten.


Von Anfang an waren wir begeistert von Bogi und Lou. Von Anfang an dachten wir, dass wir das allergrößte Glück gehabt hätten, mit den zweien, und es ist ist genau das, was wir auch heute noch denken. Eine bessere Entscheidung, als die beiden zu uns zu holen, hätten wir kaum treffen können und auch die intuitive Auswahl, rein über Internetphotos und -berichte, war goldrichtig. Dazu muss man sagen, man verliebt sich zwar in die Bilder und das, was dabei an Persönlichkeit so rüberkommt, aber was wirklich hilfreich ist, sind die ausführlichen Berichte zum Wesen der Tierheimbewohner, die von den großenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern erstellt werden und zwar wirklich nach bestem Wissen und mit viel Mühe. Selten haben wir mitbekommen, dass sich so herzlich und intensiv mit Tierheimhunden beschäftigt wird.


In Lelenc gibt es einmal die Woche Besuch von einem Tiertrainer und die Hunde haben dreimal am Tag Auslauf auf dem großen Hof. Die Mitarbeiter/innen sind sehr herzliche Menschen, die in der Hilfe für die Tiere aufgehen und diese mit viel Zuneigung versorgen, nicht nur nebenbei und aus Pflichtgefühl. Einige Hunde werden dort abgegeben, aber die meisten werden aus schlechter (schlimmster) Haltung befreit bzw. aus einer Aufbewahrungs-/Tötungsstation ausgelöst. Dort kann man ganz legal seinen Hund abgeben, wenn man ihn nicht mehr möchte und er wird für einen „entsorgt“.

Unsere kleine Bogár wurde dort auch freigekauft und ich mag gar nicht darüber nachdenken. Wie gut, dass sie nicht weiß, wo sie war. 

Den Mitarbeitern werde ich dafür ewig dankbar sein.


Unsere Adoption ist nun ziemlich genau zweieinhalb Jahre her und ich bin sehr froh, hin und wieder die alten Beiträge „durchblättern“ zu können, auch die Fotos...

Ich würde mich sehr freuen, wenn sie auf Helpinghands4animals.de vorbeischauen und gern Freunden und Bekannten davon erzählen. 


Ich werde versuchen, immer wieder kleine erzählenswerte Anekdoten, und Beobachtungen zum Wesen der Hunde und zu Kommunikationsfragen, der Ernährung und vielen weiteren Themen zu veröffentlichen, die Sie, liebe Leser, hoffentlich genauso interessieren, wie uns und freue mich auf Ihre Kommentare, Anregungen und Diskussionen!


Außerdem ist dieser Teil des Blogs eine Art Neustart, da ich in ein paar Monaten meine Ausbildung zur Hundepsychologin/-therapeutin nTR abgeschlossen haben werde und wir außerdem Ihren Hund ab sofort auch auf einem neuen Gelände betreuen – dieses liegt in Hamburg Rahlstedt, ist knappe 5.500 qm groß und komplett grün eingefaßt. Dort befindet sich zum Unterstellen ein Holzpavillon sowie ein Bungalow, in dem nach dem Ausbau  u.a. Therapie und Hundebetreuung stattfinden werden.


Und nun viel Freude mit meinem Blog, ein harmonisches Zusammenleben mit ihrem Hund und ein baldiges Wiedersehen,


wünscht 


Ihre Cathrin Dorothea Weinrich

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SOMMER 2014

Hui, viel Zeit ist vergangen, seit ich das letzte mal vom Leben mit unseren kleinen schwarzen Hundekindern berichtete...was nicht heisst, dass nicht viel zu berichten gewesen wäre!


Wir waren mit der Tour-Vorbereitung, der Tour selbst und, zuguterletzt, der TourNACHbereitung beschäftigt (http://www.falcat.org)...die Hundekinder wurden natürlich so weit wie möglich eingebunden. Nur...das Schreiben kam leider zu kurz...


Einige Zeit wurde in Strandkörben verbracht...

Lou und Bogi in ihrem Zweitzuhause - Omas ganzer Stolz

Und es sind ein paar neue Hundefreunde zu uns im Elbrevier gestoßen, so z.B. SNOW, ein prächtiger 8jähriger unkastrierter Rüde, den ich 2-3 Tage die Woche für einen halben Tag bei mir habe. Er ist von Berufs wegen ein ausgebildeter Schul-Hund, der bei mir seine Urlaubstage verbringt!

Da sein Frauchen nicht wollte, dass er allein zuhause sitzt (Hunde sind nun einmal Rudeltiere), hat sie ihn kurzerhand ausbilden lassen und so verdient er sich nun quasi seine Zeit im Rudel, ist mit Frauchen in einigen Klassen als Präsenzhund (positive Wirkung auf Schüler, beruhigend) und auch zum Lernen des Umgangs mit Hunden - ein wichtiger Punkt, der meines Erachtens in jeder Schule gelehrt werden sollte!

Snow ist einer der sehr wenigen Hunde, mit denen Lou manchmal ungnädig ist, sich in seiner Rolle als leitendes Oberhaupt (auf Hundeebene) angegriffen fühlt. Snow stolziert tatsächlich bei ebenbürtigen Rüden mit steifer Rute umher, umkreist den Rivalen bedrohlich und beim klitzekleinsten Anzeichen einer Machtdemonstration des Gegenübers zeigt er, wer der Ranghöhere ist und es gibt eine kurze Rauferei. Bisher tatsächlich fast ohne Blessuren auf beiden Seiten. Hunde sind ja sehr gut im Haushalten mit Energie und Verletzungsrisiken, auch wenn es oft schlimmer aussieht, als es ist. So ist die einzige Verletzung, die ich bei einem Kampf von Snow mitbekommen habe, eine Bisswunde auf der Nase des Gegners, weil der allerdings grundlos auf Snow losgegangen war. Der stolze Husky blieb dank seines dicken Fell-Panzers unversehrt, obwohl der andere Rüde sich viele Sekunden lang verbissen hatte.


Sobald Snow mit seiner Männlichkeit herumprotzt rufe ich ihn allerdings auch ab und gebe ihm zu verstehen, dass das unnötig ist, er legt es nämlich auch nicht aaallzu ungern darauf an...


Bei Lou ist es aber etwas anders - die zwei haben sich (von uns so eingefädelt) bei einem Spaziergang ohne Leine kennengelernt, fanden sich anscheinend nicht bedrohlich (kein eigenes Revier, kein Weibchen....also, wozu der Stress?) und gleich respektiert. Bei den folgenden Treffen bzw. dann ja Betreuungen merkte man immer, dass sie sich als Bedrohung bzw. gleichrangigen Rüden anerkennen, aber ich denke dank unserer Rudelstruktur kam es niemals zu Kämpfen. Höchstens mal ein kurzes Anknurren, was ich aber sofort unterbinde (Hunde, z.B. im Auslauf, dürfen bei mir vieles selbst klären, aber in meinem Rudel herrscht Ordnung und solange es keinen Grund gibt, wird sich auch nicht gestritten, basta)

Im großen Auslaufgebiet erforschen die beiden stolzen Rüden zusammen die Gegend und alles läuft friedlich ab. wie so oft - mit Leine und v.a. im Auto wird erst einmal gezickt und auf dem Platz verstehen sich alle Elbrevier-Rudelbesucher dann wunderbar. Aber dort sind ja auch keine zu verteidigenden Ressourcen wie Futter, Auto, Wohnung vorhanden.



Den Sommeranfang haben Bogi, Lou, Falk und ich übrigens viel am Wasser verbracht, wenn wir Herrchen auf seiner Kajak-Tour nach Schweden besucht haben...aber davon beim nächsten mal dann mehr!

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Januar 2014

Wieder ist soviel Zeit vergangen...gerade eben noch war man froh, dass Silvester inklusive 2wöchiger Erholungszeit für Lou vorüber waren, schon ist der erste Monat des neuen Jahres wieder Vergangenheit...

Und weiter geht es mit den Freuden und Sorgen des menschlich-hündischen Zusammenlebens.


Gerade vor einer Minute habe ich mich wieder darüber geärgert, dass die kleine, so süße, liebe Bogi mal wieder nicht hört, wenn ich ihr das Bellen verbiete - ich öffne die Terrassentür, die Kleine weiß nicht, was da nun passiert, hat wahrscheinlich Angst und will potentiell Böses fernhalten, und bellt drauf los. Wenn man ihr dabei ins Gesicht schaut, sieht man, dass sie dabei nicht selbstbewusst ist, sondern unsicher. 

So tut es mir also in der Seele weh, dass Bogi so unsicher ist und es nicht aushält, wenn außerhalb ihres Blickfeldes eine Tür geöffnet wird, gleichzeitig bin ich gestreßt, weil sie mit dem Bellen erst nach einigen Momenten aufhört. 

Wir versuchen, den beiden viel Sicherheit und Geborgenheit zu geben, eine starke Führung zu bieten und ihnen somit zu zeigen, dass wir Situationen im Griff haben, sie dies also nicht übernehmen müssen. Bei der kleinen Bogi ist das aber noch ein ganzes Stückchen Weg.


Lou hingegen, ist nicht gerade Silvester, ist die Gelassenheit in Person/Hund. Er will zwar immer gefallen und ist über alle Maßen bemüht, alles richtig zu machen (es sei denn, irgendwo riecht es nun einmal soo spannend, dass das rufende Frauchen doch noch mal ein paar Momente warten muss...), aber ansonsten bringt ihn so schnell nichts aus der Ruhe...auch nicht, wenn man über ihn, der am liebsten auf Türschwellen verweilt, hinübersteigt. Nur der gemeine Nachbarshund, ein lieber Rottweiler-Rüde, der keine großen Territorialansprüche geltend macht, sich aber dreisterweise genausowenig unterordnet. Ebenso das Bordeauxdoggen-Männchen, ebenso ruhig, ohne große Ansprüche, aber es wird sich bei Kirchwerder-König Lou eben auch nicht standesgemäß vorgestellt, schnuppern gelassen und ihm die Lefzen geleckt, sondern ganz selbstverständlich an des Herrchens Leine, vorbeigelaufen. 

Und ich kann Lous Zorn verstehen. 


Nicht, weil er oder ich denken, dass sich ihm alle an die Lefzen schmeißen müssen, aber ein gepflegtes, zivilisiertes Begrüßungsritual beim ersten Treffen sollte doch drin sein!

 

Nicht selten sehe ich Spaziergänger mit Hund an uns vorbeilaufen, den Hund panisch festhaltend (durchaus sicher auch mal aus gutem Grund), die den Hunden nicht die Gelegenheit geben, sich zu beschnuppern und eine Rangordnung festzustellen. Oft frage ich dann "Dürfen sie sich nicht beschnuppern?" und nicht selten enststeht dann ein kurzes Gespräch, ind em sich herausstellt, daß die Halter einfach nur Angst haben, weil es auch schonmal eine "kritische" Situation gegeben hat, in der ihr Hund sich mit einem anderen nicht gut verstanden hat, "zickig" war, vielleicht sogar den anderen unterwerfen und schnappen wollte oder ähnliches. Dies sind oft aber recht normale Mechanismen bei Hunden, es stoßen dort zwei fremde Individuen aufeinander, da muß erst mal geschaut werden, wie der andere so tickt. Es kann zu Mißverständnissen kommen, einem oder sogar beiden Hunden kann es an Instinktsicherheit mangeln, so entstehen stressige Situationen für alle Beteiligten. Deswegen aber so gut wie jeglichen Hundekontakt zu umgehen, macht das Hundeleben aber auch nicht gerade lebenswerter. Nach solch kurzem Gespräch lassen wir es dann oft darauf ankommen und lassen die Hunde sich begrüßen - was nach anfänglichem Streß nun auch nicht gerade die günstigste Ausgangssituation ist, aber ich gehe solchen Dingen immer erst einmal gern auf den Grund und räume so etwaiges Fehlwissen beim Gegenüber aus. Oft ist der andere Hundehalter überrascht, wie gut es läuft. Man kann solche Situationen nicht verallgemeinern, aber ich meine hin und wieder zu sehen, dass Menschen mit Hunden gern Situationen umgehen, weil diese mit Streß und Arbeit verbunden sind. Auch mich konnte ich dabei schon auf frischer Tat ertappen...zum Beispiel, wenn ich vermeide, die Terrassentür zu öffnen, obwohl ich gerade relativ dringend die Wäsche von der Leine reinholen müßte...

 

 


Die wunderschöne, sensible Bogár

 

Der schöne, kleine Wolf Lobonc

 

 


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November 2013

Hallo liebe Hunde-Freunde!


Seit vorgestern am Abend haben wir einen kleinen Border Terrier bei uns zu Gast. Nachdem er sich von Anfang an ganz toll ins Rudel eingegliedert hat, verläßt er uns morgen erst einmal wieder. Gestern vormittag waren wir an unserem Elbstrandabschnitt und alle drei, Bogi, Lou und Ludwig, haben ganz toll zusammen getobt - bisher hat sich kein Gasthund so problemlos ins Rudelgefüge eingegliedert, ist ganz zurückhaltend und höflich, aber nicht das gern gemobbte Opfer, also ängstlich oder kontaktmeidend. Ludwig ist ein 8jähriger Rüde, von typischer Border Terrier-Mentalität - sozialkompetent mit Mensch und Hund, gelassen, räuberisch aber nicht zu scharf, verspielt, anhänglich und sehr aufmerksam und lernfähig. 


Selbst die Fütterung läuft sehr entspannt ab -sicher auch dank unserer (manchmal) disziplinierten eigenen Hunde - so läuft der kleine Besucher bei der Zubereitung noch durch die Küche, bis ich ihn mittels Bodyblock vorsichtig hinausdränge, aber dort wartet er dann ganz brav hinter den rangöheren Lou und Bogi auf das Futter. Bei los ("okay!") geht es dann auch erst los und er überläßt, ohne zu murren, Bogi seinen Napf, wenn sie dies wünscht. Bogi ist natürlich in ihrem Revier diejenige, die das Recht hat, über Ressourcen zu entscheiden. Allerdings stehe ich noch ein kleines Stückchen weit über Bogi und verweise sie dann auf ihren eigenen Napf...


Natürlich testet der kleine Racker auch mal die Grenzen aus, aber er macht das ganz charmant und versteht ein -Nein- relativ schnell, so daß man nicht sehr streng werden muß - das darf man bei bestimmten Rassen oder Wesen auch gar nicht, weil sie zu sensibel sind und nur eine sanfte Führung vertragen. Man muß vorsichtig sein und drauf achten, was für einen Hund man da vor sich hat.


Am Strand konnten alle drei Racker mal ganz loslassen und sich ungehemmt austoben, es gab Stöckchenwerfen und Schwimmen in der Elbe (Lou sieht dann durch das anklebende Fell immer aus wie ein dünner Hering :) und Bogi wie ein kleines Wassermonster. Da sie sich nicht ganz reintraut, hat sie dann immer ganz dünne Stöckchenbeine und einen riesig aufgeplusterten Körper.


Lou ist übrigens der weltschnellste und eifrigste Loch-Buddler, nicht nur an unserem Strand - im Garten meiner Eltern gräbt er bei jedem Besuch ein Stückchen weiter und so ist inzwischen ein Graben, den Falk und ich vor einem Jahr zugeschüttet haben, zu einem guten Stück wieder freigelegt...wenn`s ihm Freude macht...dann schütten wir ihn halt bald erneut wieder zu...wie er sich wohl wundern wird.

Bogi nutzt dann immer die kleinen Pausen, die Lou manchmal einlegt, um schnell ins Loch zu huschen und unter wildem Geknurre weiterzubuddeln...wenn Lou dann ganz vorsichtig wieder einsteigt, um sie nicht zu verletzen, huscht sie genauso schnell wieder hinaus, wie sie hereingekommen ist.


 

So ein Strandbesuch ist jedes mal erneut etwas tolles, ganz besonderes. Unsere zwei kleinen Familienmitglieder sind jedes mal ganz aufgeregt und erkunden alles und rennen in die Fluten - besonders, wenn gerade ein dicker Pott vorbeigefahren ist und die Wellen so schön branden... Sie toben ganz unbeschwert. Es ist immer wieder eine so große Freude, ihnen dabei zuzusehen und nicht nur die zwei haben Spaß - auch Herrchen und Frauchen stehen meist breit lächelnd vor Freude im Elbsand...

 

 


Drei Steppkes frohen Mutes auf dem Weg zur Elbe

 

...warum braucht Herrchen denn so lange und wieso hockt der ständig mit diesem Plastikding vorm Gesicht auf der Erde?

 

 



...kurze Verschnaufpause bei Frauchen.

 

Wühlmaus Bogi

 

 


Drei Wildfänge erobern den Elbstrand - jedes mal wieder mit demselben Enthusiasmus

 

 

 

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Oktober 2013

Ein weiterer Fall für „offene Augen“: In unserem „Kundenstamm“ haben wir eine Terrier-Hündin, die ich mehrmals mal die Woche zum Spazierengehen abhole. Lou und Bogi kennen die Kleine von Anfang an, wir gehen seit Monaten immer wieder zu unserem liebsten Auslaufgebiet, einem 5 Hektar großen, eingezäunten Gelände hier in Hamburg und dort laufen sie inzwischen recht eingeschworen zusammen im Rudel. Nun standen zwei Übernachtungsbesuche dieser Terrierhündin an. Aus Sicherheitsgründen, da diese oft sehr dominant und auch schon einmal unberechenbar maßregelnd war - bei Fehlverhalten des Hundegegenübers teils berechtigt, teils aber für immerhin mein Auge nicht offen ersichtlich - haben wir Bogi und Lou für die zwei mal zwei Tage zu meinen Eltern gegeben. Es ist natürlich immer interessant, das Zusammenspiel verschiedener Hunde-Wesen zu beobachten und zu schauen, wer wie instinktsicher handelt. Aber einen 4Kilo-Hund sollte man nicht als Studienobjekt zusammen mit einem eventuell beißenden oder zumindest schnappenden Hund verwenden.


 

Gerade bei der Vorgeschichte - als kleine Straßenhündin hat Bogár offensichtlich nicht nur gelernt, gesunde Sozialkontakte zu pflegen, sondern auch, sich gegen fremde und wenig instinktsichere oder anders aggressive Hunde durchzusetzen bzw. sie auf Abstand zu halten. In dieses Muster verfällt sie auf dem Hundeplatz leider häufiger, wenn ein freundlich wedelnd interessierter Hund auf sie zutrottet. Meist sind die freundlichen Vierbeiner dann irritiert und ziehen weiter, aber es gibt auch Hunde, die sich ein solches Verhalten nicht bieten lassen und sie anknurren oder jagen. Das passiert zum Glück sehr selten, aber ich möchte es nicht darauf ankommen lassen, weil hier in unserer Wohnung, also in Bogárs Revier, Missverständnisse und Ärger vorprogrammiert wären.

 

...auch eine Form von Mißverständnis....kleiner Hund - großes Bett, großer Hund - kleines Bett.

 

So muss man immer wieder abwägen zwischen „Die Hunde regeln das schon“ und „Ich greife hier ein, weil es gerade Sinn macht“! Ein kontroverses Thema auf dem Hundeplatz, den ich so gern besuche. So ist dort ein sehr lautstark "argumentierender" junger Mann, der gern sehr gern vehement seine Meinung kundtut, brüllte mir entgegen, daß er sich fürchterlich über die Menschen aufrege, die sagen, die Hunde klärten das schon selbst. Als ich in seine Tirade, hineinzugrätschen versuchte, teilte ich ihm mit, dass das teilweise ja auch stimme, aber es eben immer wieder Fälle gebe, bei denen das leider nicht hinhaut. Einfach, weil zum Beispiel einer der Hunde es nie gelernt hat, mit Artgenossen umzugehen, also schlecht sozialisiert ist und so das ganze natürliche Machtgefüge unter verschiedenrangigen Hunden ins Wanken bringt und so zwar folgerichtige aber eigentlich unnötige Reaktionen wie Reglementierungen hervorruft. So kann ein kurzer, aber heftiger Teufelskreis entstehen, der leider auch Blessuren oder schlimmeres mit sich bringen kann.


Bogi unterwarf sich vor ein paar Tagen einem mittelgroßen Rüden, aber nicht, ohne ihm durch extrem ausgeprägtes Zähnefletschen zu zeigen, dass sie dies nur der Form halber mache - aber nicht gern. Dieser begnügte sich damit. Klappt doch...

 

Gasthund Lucy, in unserer Rangordnung ganz unten, fühlte sich im kleinen Bett anscheinend angemessen aufgehoben

 

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September 2013

Es ist wieder ein Monat vergangen - wir haben neue Hunde-Gäste bekommen, alte wiedergesehen und beschäftigen uns natürlich mit unseren eigenen zwei Rackern von morgens bis abends - bewusst wie unbewusst.


Dabei wird einem immer wieder klar, wie aufmerksam man bleiben muss, wie sehr sich eine Routine einschleichen kann aber ebenso, was für toll sozialisierte und kluge Hunde man als Gefährten in seinem eigenen Rudel hat.


Man kann sich noch so viel mit Literatur über die geschichtliche Entwicklung des Hundes, sein Sozialverhalten und das richtige Handling beschäftigen, sie an den richtigen Stellen maßregeln und loben, mit anderen Hundehaltern und natürlich dem eigenen Partner fachsimpeln, versuchen, den Überblick zu behalten und sich als routinierter, solider Hundeführer und -versteher fühlen - irgendwann, irgendwo und irgendwie erwischt es einen immer wieder eiskalt.

 

Und am besten dann, wenn der eigene Partner, seines Zeichens Hundeflüsterer, hinter einem steht und man förmlich spürt, wie dessen Augenbraue hochwandert und er zu einer „Maßregelung“, diesmal an die Hundeführerin selbst gerichtet, ansetzt.

Die kleine Bogar beim Sonnenbaden auf der "Fußbodenheizung"


Wenn man bei der Erziehung seiner kleinen Familienmitglieder eine bestimmte Linie einschlägt und bestimmte Maßstäbe ansetzt, so kann man die Mittel, mit denen man diese Maßstäbe zu erreichen versucht, variabel einsetzen. Am folgenden Beispiel will ich verdeutlichen, was gemeint ist: 

Wenn ich mit Lou und Bogár nach draußen gehe, will ich möglichst wenig Aufregung haben. Die zwei sollen mich in Ruhe die Tür öffnen lassen, ohne sich durchzudrängeln, sie sollen sich vor lauter Freude nicht wild um sich selbst drehen, und dabei die Leinen verknoten und überhaupt soll alles ruhig und entspannt vonstatten gehen. Dies funktioniert am einfachsten, wenn sie „Sitz“ machen. Klar. Mit der Zeit lief es so gut, dass ich entschied, sie einfach nur noch mit einem „Warte“ ruhig abwarten zu lassen...eine Weile ging das gut, dann wurde es wieder unruhiger und inzwischen bin ich wieder am Anfang angelangt, dem mittelschweren Chaos. 

Die beiden müssen nun wieder im Sitz auf das „Okay“ warten und dann kann es losgehen.

 

Alles, was wir uns hier erarbeitet hatten, schien vergessen.

Der immer aufmerksame Lou und Bogi beim Erahnen von Frauchens nächstem Kommando


Damit will ich nicht sagen, dass es falsch ist, seine Regeln etwas zu lockern, wenn alles gut läuft, allerdings muss man dann auch ganz bewusst auf kleine Anzeichen achten, wenn es droht, wieder aus dem Ruder zu laufen. Eine klare Linie ist wichtig für Hund und Halter, erleichtert dem Hund das Zusammenleben mit dem mysteriösen Wesen Frauchen/Herrchen. So weiß er, was Sache ist, an welche Regeln er sich halten muss, damit alle zufrieden sind und hat in diesem Rahmen einen Teil seines Halts (Regelwerk, sichere Futterquelle, Sozialkontakte, Zuneigung vom Menschen, Körperkontakt - je nach Rasse und Wesen).

Die Regeln, die also nur als Mittel zum Zweck bestehen, dürfen gern wenn der Zweck der Sache auch auf anderem Wege erhalten bleibt - und weiterhin erfährt der Hund seine Bestätigung, weil alles glatt läuft. Zum Beispiel im Falle des Aussteigens aus dem Auto klappt das bei uns schon ganz gut. Anfangs mussten beide, Bogi und Lou, im Auto kurz vorm Aussteigen sitzen, damit sie nicht gleich herausspringen, sobald sie abgeschnallt werden. Mit der Zeit bemerkte ich aber, dass der Drang herauszuspringen ohne mein Okay nicht mehr so groß war und deshalb dürfen beide nun stehend warten. Das erspart allen Zeit und Arbeit und es läuft trotzdem rund.


Vielleicht habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, habt spannende Anregungen oder Fragen. Ich freue mich über Feedback!


Alles Liebe,


 

Cathrin und Rudel

Der kleinen Bogi ist ausnahmsweise mal warm

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Juli 2013

Die letzten Monate verliefen dank der Tour etwas unsteter, so daß wir unsere Trainingspläne etwas umstellen mußten.


In unserer Rubrik "Expeditionen" haben wir von den 5 Wochen der Tour ja schon etwas berichtet, vor allem über Bogárs Wach-Trieb, aber allgemein sind die Entwicklungen der beiden ehemaligen Straßenhunde dort natürlich viel zu kurz gekommen. 


Unter anderem haben wir das Gefühl, daß die Lernerfolge trotz des langen Zusammenseins beim Reisen einen leichten Rückschlag erlitten haben - kaum merkbar, aber irgendwie schien es vorher besser und vor allem schneller zu klappen...bei Hunden ist es ja so, daß sie Erlerntes mit Orten verknüpfen. Ein "Sitz!" in der Nachbarschaft, wie es beinahe täglich geübt wird, läuft fast wie von selbst, ein plötzliches "Sitz!" an einem anderen Ort, vielleicht noch nicht einmal an einer Fahrbahn, dagegen nicht unbedingt. Bei einem unserer Gasthunde merkten wir zum Beispiel schnell, daß er gar nicht auf UNS achtete, während er für das Essen saß, sondern nur auf den Napf starrte. Das Sitzen lief schnell perfekt, jedoch hatte es nichts mit dem Befehl zu tun oder damit, daß die Ranghöheren ihm dies befahlen, sondern deshalb, weil der Junghund wußte, alle machen "Sitz" und dann gibt es endlich Futter. An anderer Stelle klappte es erst viel später so schnell mit dem Sitzen. 

Nun habe ich die Vermutung, daß die pausierende Zuhause-Routine während der Tour etwas eingerostet ist - zugunsten des Eingespieltseins auf Tour - und man hier wieder ein kleines Stückchen weiter hinten einsteigen muß, mit dem Training.

 

Natürlich sollte das eingespielte Team aus Hund und Mensch auf lange Sicht jederzeit und überall funktionieren, aber solche Stolpersteine verwundern uns aufgrund der Dauer des Trainings noch nicht. Immerhin haben die zwei kleinen Vierbeiner ihre ganz eigene Vorgeschichte (wie gern wüßten wir einfach alles aus ihrem früheren Leben!), dann leben sie erst ein gutes halbes Jahr mit uns zusammen und außerdem ist die Kombination aus zwei neuen Rudelmitgliedern aus dem Tierheim und gleich zwei Alpha-Wölfen, auf die diese achten müssen, ohnehin eine kompliziertere Situation, als wenn ein Hund auf ein neues Herrchen trifft, so daß wir noch sehr zuversichtlich sind,auch wenn es nicht immer perfekt läuft.

Gerade bei einem so charmanten kleinen Hund, der einen grundsätzlich zum schmunzeln und lächeln bringt ist es manchmal außerdem schwer, konsequent hart zu sein, wenn es erforderlich ist. Die kleine Bogár soll sitzen, währen wir die Terrassentür öffnen, um hinauszugehen und stattdessen stupst und leckt sie kurz über mein Schienbein und schaut mich dann fragend an. Das ist so eine schnelle, niedliche Bewegung, daß man unwillkürlich anfängt zu lachen. Was man natürlich, wie in der Kindererziehung, nicht machen sollte, wenn Hund einen Befehl mißachtet - egal wie süß auch das Alternativverhalten sein mag. So manche Mutter und Hundeeltern wissen sicher genau, wovon ich spreche. Unter anderem muß natürlich auch genauestens darauf geachtet werden, daß man die beiden Rudelmitglieder, abhängig aber von ihrem Rang, nicht zu unterschiedlich behandelt. Aber darauf gehe ich später noch ein. 

Um auf unsere fünfwöchige Schleswig Holstein-Umrundung zurückzukommen: wo Bogi in den letzten Monaten immer mal wieder mit Ihrem Mut punkten konnte - so war sie schneller gewillt, Treppen zu steigen, während Lou mit nicht weniger als einem Meter Abstand um die Ecke lugte und sich so tagelang dieses Teufelswerk besah, flitzte die kleine Affenpinscherdame schon munter die Treppen rauf und runter und hatte sichtlich Spaß, endlich mit Herrchen und Frauchen in jeden Raum des Hauses der Großeltern laufen zu können. Auch was laute Geräusche angeht ist Bogár um einiges furchtloser. Aber dazu ein andernmal mehr - war nun Lou an der Reihe! Er ist weiterhin der Chef von den beiden und Bogi bezeugt, wann immer nötig, ihre Anerkennung. Wenn nicht nötig, dann aber auch nicht. Und draußen, fernab von der heimischen Höhle, verläßt Bogi sich sehr auf den großen Anführer. Auf Hundesportplätzen ist sie ohne den Großen leider noch ein Häufchen Elend, mit Lobonc zusammen wird sie kühn. Schleswig Holstein in seiner Gänze ist nunmal nicht die Höhle, also erst einmal mit Skepsis zu betrachten und so wird der starke Wolf vorgeschickt, während aus etwas sichererer Lage aber alles genauestens beobachtet wird. 

Der liebe, treuherzige Lou blühte angesichts der neuen Aufgabe richtiggehend auf, er lief stolz neben Herrchen oder Frauchen her, war sehr aufmerksam, achtete auf alles, was um uns herum geschah, während wir liefen und war abends sichtbar erschöpft vom Tag - sobald das Zelt stand, schmiß er sich in den Vorraum und schlief ein. Wenn es darum ging, beim Ziehen des Kajaks in den ersten zwei Wochen zu helfen, bot er sich morgens immer schnell an. Er stellte sich, sobald es losgehen sollte, neben Falk und schaute ganz erwartungsfroh an ihm hoch. Durfte er mitziehen - wir mußten ihm Zwangspausen verordnen, weil er sonst bis zum Kollaps gearbeitet hätte - wuchs er innerlich um ganze Meter. Er schmiß sich ins Geschirr und sah glücklich und stolz aus. Sollte er nebenher laufen, versuchte er immer wieder nach vorn zu kommen, denn da brauchte Herrchen doch offensichtlich seine Hilfe!? Er wirkte ganz unzufrieden, wenn er einfach nur mitlaufen sollte, jeder andere hatte doch seine Aufgabe. Falk zog, ich steuerte und schob hinten und Bogi saß im Kajak und paßte auf. Da ist es verständlich, daß man als ebenbürtiges Rudelmitglied etwas frustriert ist, wenn man keine solche Aufgabe zugeteilt bekommt.


 

Lous Stolz brach allerdings jäh in sich zusammen, als es plötzlich in weiter Ferne grollte und donnerte. Dunkle Wolken zogen auf und auf Lou scheinen diese Vorboten eines Gewitters immer wie die Ankündigung des Endes der Welt zu wirken. Von der einen auf die andere Sekunde hält er inne, fällt innerlich ganz in sich zusammen und dreht beim Spazierengehen auf der Stelle um. Auf der Tour ging es dann schnell unters Kajak, ein Gebüsch oder, zu unserem Schrecken, einmal unter das Auto einer bei uns zum Plausch haltenden Schäferin. Hätte Lou verstanden, daß sie uns in dem Moment anbot, auf ihrem Hof zu zelten und nicht bei Gewitter dort am matschigen Ackerrand zu bleiben, hätte er uns sicher für verrückt erklärt, daß wir dieses freundliche Angebot nicht annahmen.

Bogi ließ sich bei keinem Donnergrollen etwas anmerken, sie scheint überhaupt was Umwelteinflüsse angeht recht stark und fest zu sein. Wahrscheinlich hat sie als kleiner Straßenhund in Budapest so ziemlich alles erlebt, was man als Hund so in der Stadt erleben kann und wurde so gefestigt. Lobonc hingegen, während seines drei Jahre währenden Aufenthalt in Lelenc, hat zwar sicher so manches Gewitter erlebt, aber eben von seinem Zwinger aus. In den ersten 8 Lebensmonaten hat er scheinbar nicht mitbekommen, daß wahrscheinlich nichts passiert, wenn man bei einem Gewitter draußen ist.


Wir sind sehr gespannt, wie es mit unseren neuen Rudelmitgliedern weitergeht und was für Seiten von sich sie uns noch zeigen. In den letzten Monaten sind sie immer mehr angekommen und aufgeblüht, was sehr schön zu erleben ist und einen immer wieder sehr erfreut.


Demnächst wird es hier mit Neuigkeiten von Lou und Bogi weitergehen - bis dahin freue ich mich auf Fragen, Anregungen und überhaupt Interesse!


Viele Grüße und bis bald!


 

Cathrin

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April 2013


Unsere diesjährige Tour - und gleichzeitig die erste mit den beiden ungarischen Hunden - steht unmittelbar bevor. Dies ist der Hauptgrund, warum das Training die letzten Wochen etwas stagnierte. Es sind jedes Mal so unglaublich viele Vorbereitungen zu treffen - von der Ausrüstung, über die Pressearbeit bis hin zur Aktualisierung der Internetpräsenzen ist so viel zu erledigen, dass man das Gefühl hat, die „To-Do-Liste“ wird eher länger als kürzer.

So muss der Trainingsplan der beiden Hunde etwas gestrafft werden, was nötig, aber auch schade ist. Wir hatten vor der Tour noch so viel vor. Besonders was das „Bei Fuß“ Gehen und die „Abrufbarkeit“ anbelangt, hätten wir gern mehr geschafft.


Ein schöner Gedanke ist aber, dass wir nun 5 Wochen vor uns haben, die ganz reduziert auf unser kleines Rudel sind. Alle wichtigen Punkte sind abgehakt, was nicht erledigt wurde, muss warten, bis wir wieder daheim sind. Wir sind kaum zu erreichen, die Post geht uns nichts mehr an, wir haben fast zwei Monate mit Lou und Bogár und damit mehr als genug Zeit, das in den letzten Wochen versäumte nachzuholen. 


Was natürlich nicht heißt, dass mit den beiden gar nichts gemacht wurde. Das tägliche Miteinander unterliegt immer den üblichen Spielregeln und ist damit so manches mal mehr als genug Training. Während eines Spaziergangs sollte immer mal „bei Fuß“ gegangen werden. Bevor die Leinen abgemacht, Türen geöffnet oder Straßen überquert werden, ist das „Sitz“ Pflicht - auch wenn wir so manches Mal in den Gesichtern der beiden eine leichte Verzweiflung abzulesen glauben - nach dem Motto: „Ist ja gut, wir wissen doch beide, dass wir gleich weiter müssen, warum sparen wir uns das nicht?“


Viele Hundehalter sind gern etwas „antiautoritärer“, glauben, so etwas könne man sich schenken. Warum soll Lobonc und zwischendurch immer mal wieder in die Augen sehen, warum rufen wir ihn mitten im schönsten Rumgetolle zu uns, um ihn danach gleich wieder frei laufen zu lassen. Die Antwort ist leicht: Die wichtigste Grundvoraussetzung für die gemeinsame Arbeit zwischen Hund und Mensch ist die gemeinsame Beziehung. Der Hund sollte sich sehr auf seinen Menschen einlassen, soll ihm gern Aufmerksamkeit schenken, sollte sich abrufen lassen - sich Konzentrieren können. Ein Hund der nicht gelernt hat, sich zu konzentrieren und dem sein Mensch nicht so wichtig ist wie irgendwo rumzuschnüffeln, der den Ruf gern mal „überhört“, wird nicht gut mitarbeiten und folglich keine verlässliche Leistung bringen. Nur wenn der Hund dies gern macht, kann das Training überhaupt erst beginnen. An dieser Grundvoraussetzung haben wir dann doch wohl gar nicht schlecht gearbeitet, denn die beiden sind mittlerweile sehr gut abrufbar. Für die kleine Bogi gibt es nichts schöneres als voll Freude auf Frauchens Ruf hin abgelaufen zu kommen das man glaubt, sie fliege sie durch die Luft.

Diese Freiheit und Mitarbeit ermöglicht es beiden auch, bei uns an der Elbe ohne Leine zu laufen - wir sind da sehr vorsichtig und warteten bis vor kurzem mit solchen Freiläufen. Hinter dem Deich ist gleich die Straße und die Menschen gehen zu schnell viele Risiken ein - ein Hund behält (hoffentlich) immer seinen eigenen Kopf und warum sollte man vermeidbare Risiken eingehen? 


Lou und Bogár entwickeln sich indes weiter gut, wobei Bogár große Fortschritte gemacht hat. Wir haben sie mittlerweile von ihren anfänglichen 2,4 kg Gewicht auf 4,2 kg gebracht. Sie strotzt vor Kraft und das äußert sich in einem soliden Jagd- und Wachtrieb. Sie ist die erste die anschlägt und läuft stets erst eine Runde um das Grundstück Cathrins Eltern, um alles zu begutachten. Sie knurrt bei seltsamen Geräuschen und stöbert jeder Fährte konzentriert hinterher. Sie steht klar unter Lou, aber teilweise haben wir den Eindruck, dass dies nicht immer so bleiben wird - sie ist noch jung und hat einen sehr wachen, klugen Kopf. Nun besteht auch kein Zweifel mehr an ihrer Affenpinscherabstammung, Fell und Verhalten sind ganz eindeutig.

Lobonc ist nach wie vor ein guter Aufpasser der sich aber anscheinend nun langsam richtig eingelebt und „seine Familie gefunden hat“. Er ist ein regelrechter „Kuschelbär“ geworden und scheint auch sensibler zu werden. Vielleicht kann er sich endlich fallen lassen. Dies sorgt aber auch für kleinere Schwierigkeiten. Bogár läuft ihm immer öfter den „Rang“ ab und er traut sich manchmal zu wenig zu, möchte scheinbar oft gar nicht auf- oder zur Last fallen. Bogár drängt sich hingegen durch ihren fröhlichen, lustigen Charakter schnell in den Vordergrund. Hier muss man als Mensch gut aufpassen, das Gleichgewicht zu wahren.


Insofern waren auch die letzten Wochen wichtig, weil wir die Grundkonzentration durch „Nebenbeiübungen“ und kleine Aufmerksamkeitsspiele weiter trainierten und die jeweiligen Charaktere der beiden besser kennenlernten.  


 

Diesen Samstag nun geht es los, die erste „Outdoor/Abenteuer-Erfahrung“ der beiden (in ihrer Vergangenheit haben sie wahrscheinlich weitaus mehr „Survival“ kennengelernt als wir bis dato. Eine 5 wöchige Wanderung um Schleswig-Holstein startet um genau 12 Uhr Mittags am Flensburger Hafen. Wir freuen uns auf viele ruhige, besinnliche Zeiten, die ganz und gar den Hunden gewidmet sind. Es werden sicherlich viele Fotos und Videos entstehen und wir freuen uns, als noch besser eingespieltes Team nach Hause zurück zu kehren.

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Februar 2013

Wir haben unsere beiden nun seit zwei Monaten. Bevor wir sie am 01. Dezember 2012 abholten, sagten wir uns selbst, dass wir sie unbedingt schonen müssen, ihnen Zeit geben „anzukommen“. Wir wussten nicht viel von den Hunden, weder wie sie aufwuchsen, noch was ihnen gelehrt wurde - und wenn, dann würde dies uns eh nichts bringen, da wir eine andere Sprache sprechen, oder etwas andere Sichtzeichen verwenden. 


Wir müssen die beiden komplett von Null an erziehen und trainieren. Sie müssen unsere, für sie neuen, Kommandos lernen und behutsam auf das vorbereitet werden, was künftig kommt. Zudem erhalten sie einen Kulturschock, werden aus ihrem bisherigen Umfeld in ein komplett neues Zuhause geworfen. Besonders Lobonc, der nun seit mehr als 3 Jahren im Tierheim gelebt hatte, vielleicht nie ein richtiges Familienleben kennen lernen durfte, bekommt viele Sinneseindrücke und darf deshalb nicht noch mit einer übereilten Ausbildung überfordert werden.


Es war uns also wichtig, die beiden erst einmal ankommen zu lassen. Sie bekamen die ersten zwei Monate Zeit, ihr neues Rudel und Familienleben kennenzulernen und auch zu verarbeiten. Wir wollten, dass sie sich eher etwas langweilen, Ruhe erhalten und alles entspannt erfahren. 


In diesen zwei Monaten lernten sie in erster Linie die Tagesabläufe und unsere Gewohnheiten kennen. Sie lernten zudem die weiteren wichtigen Familienmitglieder kennen und besonders die täglichen Ortswechsel. Cathrin arbeitet im Büro im Familienbetrieb ihrer Eltern, wohin beide Hunde sie begleiten. Zudem ist Cathrin als Hundebetreuerin/-trainerin tätig und auch diese Abläufe müssen beide kennenlernen.


Aber natürlich darf keine Nachlässigkeit im Umgang mit den Hunden entstehen. Von beginn an muss klar sein, dass es Regeln gibt und dass wir diese Regeln ohne Ausnahme durchsetzen. Alle Autorität wird mit Ruhe und Sachlichkeit an den Hund vermittelt - niemals wird ein Hund angeschrien oder grob körperlich angegangen - zum Glück sind wir seit den 70ern in der Hundeerziehung schlauer geworden.


Aber man darf die Hunde niemals verzärteln, eine antiautoritäre Erziehung kann es bei einem Hund nicht geben - er braucht und möchte klare, verständliche Regeln und wir tun ihm einen Gefallen, wenn wir diese klar an ihn vermitteln. 


In den ersten zwei Monaten sind die wichtigsten Regeln, die Bogár und Lou lernten:


- Auf Kommando den Raum verlassen und davor warten 

 

- An einem Ort zu warten

 

- Fressen gibt es nur, wenn beide ruhig sitzen und warten. Erst auf Kommando darf sich dem Napf genähert werden

 

- Auf das Sofa nur auf Kommando

 

- Unser Bett ist jederzeit Tabu

 

- Nachdem Aufwachen morgens ist die Freude groß, doch begrüßt werden darf nur, nachdem wir zuerst begrüßen - damit verhindern wir, dass wir, wenn wir nachts aufstehen, von beiden bestürmt werden. Das Zeichen für „Abstand halten“ ist die entgegengestreckte Handfläche

 

- An der Leine wird nicht gezogen, bzw. die Leine hat immer etwas „Spiel“ zu haben

 

- An der Straße wird, vor der Überquerung, im „Sitz“ gewartet

 

- Wenn wir zu zweit ausgehen und jeder einen Hund hat, muss der Hund darauf achten nur auf das zu hören, was sein Leinenführer sagt. Dies bringt Sicherheit im Straßenverkehr und trainiert die Aufmerksamkeit

 

- Die Wohnung wird nicht ohne Erlaubnis verlassen - auch wenn die Terrassentür auf ist und Frauchen raus geht

 

- Das Betteln ist natürlich verboten - da die beiden aber niemals etwas von Tisch bekommen, war das Betteln auch kaum ein Thema. Lou tat es selten, er musste dann in sein Bett und warten, bis wir ihn wieder heraus rufen

 

- Ein Kommando gilt so lange, bis es aufgehoben wird.

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